Kann eine Drohne bei Regen fliegen?

Gestern wollte ich mit meinem Quadrocopter fliegen gehen. Als ich jedoch aus dem Fenster sah, bemerkte ich, dass es leicht zu Regnen begonnen hat. Daraufhin fragte mich, ob ich wohl trotzdem fliegen gehen kann. Ich wollte lieber nichts riskieren und habe mich im Internet etwas schlau gemacht. Was ich über das Thema „fliegen bei Regen“ gefunden habe findet ihr hier.

Ist es möglich eine Drohne im Regen zu fliegen? Generell können Drohnen nicht im Regen fliegen, da sie weder wasserbeständig noch wasserdicht sind. Allerdings gibt es einige Drohne mit unterschiedlichen Stufen der Wasserbeständigkeit. Die kritischen Bauteile sind immer die Motoren und die Elektronik.  

Viele Anfänger probieren einfach die technischen Möglichkeiten ihrer Drohne im Regen aus. Es gibt jedoch einiges zu beachten, wenn man bei Regen oder bei dichtem Nebel fliegen möchte.

Was passiert, wenn man eine Drohne bei Regen fliegt?

Schlechtes Wetter wie beispielsweise Regen, sehr hohe Luftfeuchtigkeit, Schnee oder Nebel ist ein häufiger Grund für Abstürze von Drohnen. Das Wasser aus Regen und Nebel führt im schlechtesten Fall zu einem Kurzschluss von elektrischen oder elektronischen Komponenten. Dies kann auch beim Laden im nassen Gras zu Kurzschlüssen führen.

Das Design der Drohne bestimmt wie sensibel die Drohne auf Wasser reagiert. Manche habe große Lüftungsschlitze für die Regler und keine Abdeckungen der Motoren.

Wenn das Wasser zum Empfänger fließt kommt es zu Störungen und unerwarteten Bewegungen der Drohne, sie ist unkontrollierbar und stürzt ab. Sollte das Wasser die Stromverteilerplatine erreichen, erfolgt ein Kurzschluss mit den hohen Strömen der Batterie und es kann dazu führen, dass Motoren oder Regler abbrennen. Bei Wasser im Elektromotor kann ein Kurzschluss den Rotor und den Stator des Motors verschweißen und der Motor ist kaputt.

Die meisten käuflichen Drohnen besitzen ein Gehäuse. Das Design vom Gehäuse bestimmt die Dichtheit gegen eindringendes Wasser. Dies wird in Klassen des IP (International Protection) Codes unterteilt, welcher ein Teil des IEC Standards 60529 ist.

In der Gebrauchsanweisung der Drohne sollte ein IP Code angeführt sein. Dieser Code hat normalerweise zwei Zahlen hinter dem “IP”. Die Erste Ziffer steht für die Dichtheit gegen feste Körper und die zweite Ziffer für die Dichtheit gegen Flüssigkeiten. Zum Beispiel steht IP65 für staubdicht (6) und dicht gegen einen Wasserstrahl (5). Sollte im Code ein “X” stehen bedeutet dies, dass für diesen Wert keine Daten erhoben wurden. IPX4 stünde dann nur für “Dicht gegen allseitiges Spritzwasser”.

Die Tabelle zeigt die verschiedenen Klassen des IP-Codes:

Kennziffer Schutz gegen Fremdkörper
0
1 >50 mm
2 >12.5 mm
3 >2.5 mm
4 >1 mm
5 Schutz gegen Staub in schädlichen mengen
6 Staubdicht
Kennziffer Schutz gegen Wasser
0 Keine
1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Fallendes Trofwasser bis 15° Neigung
3 Sprühwasser bis zu 60° Neigung
4 Allseitiges Spritzwasser
5 Allseitiges Strahlwasser (Düse)
6 Schutz gegen starkes Stahlwasser
7 Schutz gegen kurzzeigites Untertauchen
8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen

Für mehr Informationen zum IP Code Klick hier.

Generell wird bei Drohnen zwischen wasserresistent und wasserdicht unterschieden.

Per Definition ist etwas wasserdicht, wenn kein Wasser, auch unter Druck in das Gehäuse eindringen kann. Wasserdichte Drohnen können voll untergetaucht werden, beziehungsweise auf Wasser landen oder bei Regen fliegen. Solche Drohnen sind ideal für den Gebrauch bei Segelausflügen, Canyoning oder Schwimmen. Solche Drohnen haben einen IP Code von IPX7 oder IPX8.  

Im Gegensatz dazu ist etwas wasserresistent, wenn es Wasser für kurze zeit abhält. Solle also ein kurzer Regen beim Fliegen aufkommen, kannst du in Ruhe fertig fliegen. Beachte jedoch, dass die Drohne gegen Wasser, Nebel oder Schnee nicht für eine längere Zeit dicht ist. Somit solltest du die Drohne direkt nach dem Landen von Wasser, und Schnee befreien. Solche Drohnen haben einen IP Code von IPX3 bis IPX6.

Ist meine Drohne wasserresistent oder wasserdicht?

Als erstes siehe in der Beschreibung nach. Im Normalfall ist im Kapitel Flug unter Flugbedingungen genau beschrieben wie du die Drohne einsetzten darfst. Die meisten wasserresistenten oder wasserdichten Drohnen haben zusätzlich eine genaue Beschreibung dazu und geben Tipps wie man die jeweilige Drohne auf Wasser landen und starten kann.

Solltest du keinen IP Code in der Beschreibung finden steht dieser vielleicht direkt auf der Drohne drauf.

Solltest du eine wasserresistente oder wasserdichte Drohne besitzen, passe vor allem beim Batteriewechseln auf, dass diese nicht mit Wasser in Berührung kommt.

Was kann ich machen, wenn meine Drohne nass geworden ist?

So etwas kann schnell passieren, ein kurzer Regenschauer oder ein Absturz ins Wasser und schon ist die Drohne voller Wasser. Egal warum die Drohne nass geworden ist, was kannst du jetzt machen? Hier sind drei einfache Schritte wie du deine Drohne wieder trocken bekommst.

Schritt 1: Als aller erstes musst du die Stromversorgung trennen. Sei dabei vorsichtig, lass am besten die Drohne so liegen wie sie ist und nehme die Batterie heraus oder stecke sie ab. Solltest du die Drohne Drehen oder schütteln, kann es sein, das ein Kurzschluss entsteht.

Schritt 2: Dann solltest du versuchen das restliche Wasser aus der Drohne zu bekommen. Drehe und wende die Drohne in alle Richtungen. Du kannst auch versuchen sanft zu schütteln, sodass das Wasser aus dem Gehäuse fließen kann.  

Schritt 3: Nimm einen großen schwarzen Müllsack (schwarz heizt sich besser in der Sonne auf) und fülle Salz hinein. Die ideale Salzmenge hängt davon ab, wie viel Wasser noch in der Drohne ist. Eine gute Faustregel ist die Fläche der Drohne ungefähr 3-4mm Dick.

Nun suchst du dir einen ebenen warmen sonnigen Platz und legst den Sack hin, verteile das Salz gleichmäßig und stelle die Drohne vorsichtig auf den Salzteppich. Dann verschließe den Sack. Nach etwa zwei Tagen in der Sonne sollte das Wasser in der Drohne verdampft und vom Salz aufgesaugt sein.

Welche weitern Probleme können beim Fligen im Regen entstehen?

Kurzschlüsse sind nicht der einzige Grund, warum Drohnen im Regen abstürzen. Wasser, welches sich auf der Drohne sammelt beeinfluss das Flugverhalten. Vor allem bei Flugzeugdrohnen verringert sich der Auftrieb. Bei rotierenden Flügeln wie bei Multicoptern ist dieser Effekt nicht so groß, aber man darf das Gewicht des Wassers auf dem Rumpf der Drohne nicht unterschätzen, vor allem, wenn die Drohne generell nicht genügen Kraft hat.

Nicht jeder Regen ist ein warmer Frühlingsregen. Oft treten in Kombination mit Regen auch Turbulenzen und starke Winde auf. Diese führen bei Drohnen zu unkontrollierten Flugbewegungen und im schlimmsten Fall zum Absturz. Mehr zu diesem Thema findest du unter: „Können Drohnen bei Wind fliegen?“.

Ein weiterer Punkt sind die Sichtverhältnisse bei Regen. Verliere niemals den Sichtkontakt zur Drohne, denn gerade bei Regen und Wind, kann Nebel die Sicht schnell verschlechtern. Solltest du die Drohne nicht mehr sehen, verwende sofort die „Come Home“ Funktion“.

Kann eine Drohne bei Schnee fliegen?

Generell ist es kein Problem eine Drohne im Schnee zu verwenden. Vergewissere dich, dass die Drohne beim Starten frei von Schnee ist und reinige sie, sobald du gelandet bist. Am besten du bläst den Schnee ab, bevor er zu schmelzen beginnt. Sei achtsam beim Wechseln und Anschließen der Batterie. Verwende einen passenden Kontaktschutz, um keinen Kurzschluss in Verbindung mit dem Schnee zu erzeugen.

Kann eine Drohne bei kaltem Wetter fliegen?

Ja, Drohnen können auch bei kaltem Wetter fliegen. Es gilt nur die Temperatur der Batterie zu beachten. LiPo´s funktionieren bei Temperaturen zwischen -20°C und 40°C. Die ideale Temperatur liegt bei 15°C. Die Kapazität der Batterie nimmt drastisch unter 2°C ab. Für diesen Fall kannst du vor dem Start einen Batteriewärmer verwenden und während des Fluges bleib am Gas, dass die Batterie nicht abkühlt. 😉

Was passiert wenn ein Blitz eine Drohne trifft?

In diesem Fall verbrennen einzelne Komponenten der Drohne und sie stürzt ab. Tom Scott von der Universität Manchester auf dem Labor für Hochspannung machte einige Tests diesbezüglich. Trotz all seinen Versuchen schaffte er es nicht eine DJI Phantom 3 gegen einen Blitzeinschlag zu schützen.

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